OODA: Die richtige Brille für Organisationspiloten

In diesem Blogpost stellen wir den OODA-Loop vor und zeigen wie man ihn nutzen kann, um Organisationen schneller und anpassungsfähiger zu machen. Das kommt nicht ganz ohne einen Blick auf die Aufbauorganisation und Change Management aus, endet aber bei Qualifizierung und Kompetenzmanagement von Mitarbeitern und Führung, und schließt mit verschiedenen Philosophien zu Zentralisierung ab. Klingt nach Bullshit-Bingo? Finden Sie es heraus!

Der OODA-Zyklus

OODA wurde von John Boyd für den Luftkampf entwickelt. Die Abkürzung steht für Observe, Orient, Decide, Act. Boyd unterteilt die Tätigkeiten, die notwendig sind, um ein Flugzeug sicher zu führen in vier Kategorien und ermöglicht so eine strukturierte Herangehensweise für die Analyse und Verbesserung dieser Tätigkeiten.

Was hat OODA mit mir zu tun? Dynamisches Umfeld, komplexe Probleme und Stress

Die Unterteilung in Wahrnehmung, Beurteilung, Entscheidung und Handeln ist für Situationen entwickelt worden, die von komplexen und sehr dynamischen Situationen geprägt sind, die von Personen bewältigt werden müssen, die miteinander konkurrieren und dabei hohem Stress ausgesetzt sind. Sie ist ein Hilfsmittel, unstrukturierten Problemen eine Struktur zu geben. Die meisten Organisationen stehen vor ähnlichen Herausforderungen.

(Falls sie glauben, dass das Anklicken dieses Links ein Fehler war, weil sie von einem militärischen Konzept nichts lernen können, sie aber dennoch Zeit zum Lesen haben, sei dieser Artikel empfohlen, der sich mit den unterschiedlichen Denkschulen Management und Militär beschäftigt, die sich um Strategisches Handeln drehen. Vielleicht kommen sie danach auch wieder hierher zurück.)

Die F-4 Phantom II dürfte einer der Gründe für den Erfolg von Boyds Konzept sein: Beschrieben als „Gottes Beweis das selbst ein Schrank fliegen kann, wenn er nur genug Schub hat.“ galt sie als für enge Kurven aerodynamisch ungeeignet. Da das Flugzeug nicht in den Wendekreis des Gegners kam, musste der Pilot in den OODA-Kreis seines Gegners kommen. Fotocredits: US Navy.

 

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RAID – Randori Analysis Instant Develpment Framework

 

Einführung zu RAID

RAID – das Randori Analysis Instant Development Framework –  ist ein System, mit dem innerhalb von wenigen Stunden ein komplexes Problem „durchgespielt“ werden kann. Dieser Zeitraum umfasst auch das Design, die Implementation und die Analyse und Auswertung mit einem Abgleich zwischen den Ergebnissen des Planspiels und der Realität. RAID stellt Probleme und Konflikte immer als Ringen verschiedener Akteure dar. Jeder verfolgt dabei eigene Ziele und möchte ein Ergebnis in seinem Sinne erreichen. Es eignet sich also nicht dafür, rein technische oder mathematisch lösbare Probleme anzugehen.

Planspiele oder Serious Games erfordern in der Regel einen gewaltigen Aufwand bei der Planung, Recherche, Implementation und Evaluation. Selbst wenn man Competence Developing Games – also den gesamten Bereich von Lernen mit/durch Spiele – ausklammert und nur analytische und strategische Planspiele betrachtet, muss aus allen denkbaren Kombinationen von Zielstellungen, Zielgruppen, Grade an Komplexität, und räumliche und zeitliche Skalen zielgerichtet die beste ausgewählt werden. Die Idee die Entwicklung eines Planspiels auf wenige Stunden zu verkürzen, – also ein Instant Game umzusetzen – wurzelt in drei Grundannahmen: Erstens ist manchmal ein gutes Spiel jetzt wünschenswerter als ein perfektes Spiel in einigen Tagen oder Wochen. Zweitens bringen die Teilnehmer an einem Planspiel für ein spezifisches Szenario Fachwissen und gesunden Menschenverstand mit. Gleichzeitig können Planspiele im Unterschied zu Vergnügungsspielen mit deutlich weniger Regeln auskommen: Die Teilnehmer sind in der Regel deutlich mehr am Erkenntnisgewinn aus dem Spiel interessiert, als am Sieg. Das Ausnutzen von Schlupflöchern oder unklaren Regeln lohnt sich für diese Zielstellung nicht. Folglich ist es möglich, Planspiele mit weniger Aufwand und wenig Zeit zu erarbeiten.

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„Welcome to Hell“ – Introduction to Red Team Methodology

Neben

 

Aus gegebenem Anlass läd Randori Analysis zum Redteaming des Polizeieinsatzes zur kapitalismuskritischen G20-Demonstration in Hamburg ein.

 

Red Teaming

Wir möchten nach einer kurzen methodischen Einleitung Red-Team-Techniken anwenden, um der Frage nachzugehen, was in Hamburg passiert ist und welche Alternativen es gegeben hätte. Dabei werden insbesondere zeitliche und kausale Zusammenhänge analysiert, um die Frage zu beantworten, ob der Einsatz wie er durchgeführt wurde, überhaupt sein Ziel erreichen konnte, welches laut Gesetz nur sein darf, die Versammlungsfreiheit zu ermöglichen. Sollte keine plausible Erklärung auf dieser Basis gefunden werden, überprüfen wir den Einsatz unter anderen Annahmen.

Hintergrund: Die Eskalation beim Anti-G20-Protest „Welcome to Hell“

Gestern haben Bereitschaftspolizeieinheiten aus mehreren Bundesländern unmittelbaren Zwang – also Gewalt – in Form von Schlagstöcken, Reizgas und Wasserwerfern gegen demonstrierende Bürger eingesetzt. Während des Einsatzes kam es auch zu Flaschen- und Böllerwürfen seitens der Demonstrierenden. Während die Polizei ihren Einsatz mit Verstößen gegen das im Versammlungsrecht festgelegte Vermummungsverbot und einer nicht zu unterschätzenden Gefährdung begründet, folgten dem Einsatz stundenlange Scharmützel und Sachbeschädigungen im gesamten Hamburger Stadtgebiet; also genau die Situation, die der Einsatz eigentlich verhindern sollte.

Gleichzeitig berichteten alle Journalisten, die vor Ort waren, dass die Polizei die Eskalation verursacht und dabei auch grundlos Umstehende und Journalisten angegriffen habe, beispielweise bei NDR, deutschlandfunk, taz, Süddeutsche Zeitung, MSNBC und BILD. Durch den Widerspruch zwischen polizeilichen Meldungen und unabhängigen Quellen entsteht der Eindruck, es würden bewusst falsch Informationen verbreitet, um unliebsame Meinungsäußerungen polizeilich zu unterbinden oder dies zu rechtfertigen (taz, Financial Times).

Das hohe Gewaltpotential hält noch an, so dass die Einsatzleitung offenbar dringend weitere Kräfte anfordert. Es dürfte damit sicher sein, dass nicht von einem erfolgreichen Polizeieinsatz die Rede sein kann.

Ablauf der Veranstaltung, Teilnahme, Ausschlussklausel

  • 13:00 Begrüßung
  • 13:15 Vortrag zur Methode und Fragen
  • 14:00 gemeinsame Zusammenfassung der Geschehnisse
  • 15:00 Workshopphase
  • Pausen nach Bedarf

Die Veranstaltung ist für alle angemeldeten Teilnehmer offen. Die Teilnahme von:

  • demonstrationserfahrenen Journalisten,
  • Anwälten,
  • Polizisten,
  • politischen Aktivisten,
  • Ortskundigen und
  • Red-Team-Interessierten

würden wir sehr begrüßen. Wir behalten uns vor, Menschen auszuschließen, die Gewalt oder Angriffe auf körperliche oder seelische Unversehrtheit begrüßen.

Ort, Zeit und Kontakt

Die Veranstaltung findet

  • am 13. Juli
  • zwischen 13 und 17 Uhr
  • in Dresden statt.

Der genaue Ort richtet sich nach der Anzahl der Anmeldungen.

Zur Teilnahme reicht eine Mail mit Name oder Pseudonym an kontakt@RandoriAnalysis.de